ANNE III – mit dem Schwerpunkt Soziale Arbeit bietet Einrichtungen der Erwachsenenbildung, Trägerinnen der Freien Wohlfahrtspflege und jüdischen Organisationen die Möglichkeit Angebote zur Prävention gegen Antisemitismus umzusetzen.
Mit diesem Auftakt führen wir ein in diesen Schwerpunkt. Wir begrüßen Marina Chernivsky (Psychologin und Geschäftsführerin von OFEK e.V sowie Kompetenzzentrum antisemitische Bildung und Forschung (KOAS). Sie führt ein in den Stand der Debatte zu Antisemitismus in Bildung und Gesellschaft. Die Reflexion über gegenwärtigen Antisemitismus außerhalb des historischen Lernens hat eine vergleichsweise junge Geschichte. Erst mit der Entwicklung der Antisemitismusprävention am Anfang 2000er, folgenden Diskussionen und der Thematisierung des Antisemitismus aus jüdischen Perspektiven entwickelten sich insbesondere im letzten Jahrzehnt antisemitismuskritische und intersektionale Analysen. Diese rücken die Selbstreflexion und die Auswirkungen antisemitischer Strukturen stärker in das Bewusstsein der Fachöffentlichkeit. Die gesellschaftspolitischen Entwicklungen, die aufgeladenen und politisierten Diskussionen um Antisemitismus in der postnationalsozialistischen oder postkolonialen Gesellschaft nach dem 7. Oktober 2023 verdeutlichen zudem den Bedarf an und Herausforderungen von antisemitismuskritischen und intersektionalen Bündnissen sowie solidarischen Netzwerken. Chernivsky gibt Einblicke in Heraus- und Anforderungen antisemitismuskritischer Professionalisierung, vor allem auch in praktischer Ausführung, der Profession Bildung und Beratung, im Besonderen in der Sozialen Arbeit.



