KI X Kultur 2.0 – Identität, Verantwortung, Kreativität

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08.10.2026, 10:00 – 16:30 Uhr (7 UStd.)

Veranstaltungsort

Hannover

Kosten

29,00 EUR (inkl. Imbiss)

Max Teilnehmende

100

Nicht die KI soll den Menschen gestalten, sondern der Mensch die KI. So der Appell von Priska Herger in ihrer Keynote bei der Fachtagung „KI x Kultur – Kompetenzen für eine zukunftsweisende Vermittlungspraxis“ im Jahr 2024, bei der wir uns spartenübergreifend mit dem Thema KI in der Kulturellen Bildung/Kulturvermittlung befasst haben. Dem großen Wunsch nach Vertiefung und weiterer sektorübergreifender Vernetzung seitens der Teilnehmenden entsprechen wir mit dieser Folgetagung.

Im Zentrum stehen Fragen nach Identität, Verantwortung und Gestaltung: Welche Position nehmen wir als Kulturvermittelnde und Kulturschaffende ein, wenn KI vermehrt Inhalte generiert und wenn Kultur vermeintlich per click in Sekunden von Maschinen ‚erschaffen‘ wird? Welche Verantwortung ergibt sich daraus konkret für die Vermittlung? Wie zeigt sich der Mehrwert des Menschlichen, des Subjektiven und des Kreativen in einer von Algorithmen geprägten Welt?

Ziel der Tagung ist es, gemeinsam Fragen von Selbstverständnis und Identität als Kulturakteur/-innen und -vermittelnde zu auszuloten und zu diskutieren.

Die Tagung bietet Raum für interdisziplinären Austausch, kritische Reflexion und strategische Positionierung. Sie stärkt die kulturvermittelnde Praxis darin, nicht nur auf technologische Entwicklungen, ihre Verwendung und Auswirkungen zu reagieren, sondern diese aktiv, verantwortungsvoll und gestalterisch mitzuprägen.

Ablauf

10:00 Beginn

10:00-10:15 Intro

10:15-10:30 Grußwort

10:30-11:30 Impulse

11:30-13:00 Workshoprunde 1

13:00-13:45 Mittagspause

13:45-15:30 Workshoprunde 2

15:30-16:30 Abschluss mit Kaffee

16:30 Ende

Impulse

Dorothea Winter: KI: Kreativität, Kommunikation, Kompetenz – warum menschliche Autorschaft im Zeitalter von KI-Agenten (un)verzichtbar wird

Generative KI und autonome KI-Agenten verändern nicht nur Arbeitsabläufe, sondern greifen tiefer: in unser Verständnis von Leistung, Ausdruck und Verantwortung. Was lange als genuin menschlich galt, erscheint plötzlich reproduzierbar. Genau hier stellt sich die entscheidende Frage neu: Wer ist Autor:in?

Der Vortrag argumentiert, dass menschliche Autorschaft nicht verschwindet, sondern anspruchsvoller wird – anhand der drei Felder Kreativität, Kommunikation und Kompetenz. Generative Systeme steigern Output und Geschwindigkeit erheblich, doch Auswahl, Bewertung und Kontextualisierung bleiben menschlich: Kreativität wird skalierbar – Verantwortung nicht. KI-gestützte Kommunikation wird effizienter, aber nicht verbindlicher; die Frage nach Authentizität und dem Einstehen für das Gesagte wird dringlicher. Und wo Systeme analysieren und strukturieren, verlagert sich menschliche Kompetenz vom Herstellen zur begründeten Entscheidung.

Autorschaft verschiebt sich damit von der Produktion zur Zuschreibung: Autor:in ist, wer auswählt, verantwortet und kontextualisiert. Für den Kulturbereich bedeutet das eine besondere Aufgabe – nicht nur Technologien anzuwenden, sondern gesellschaftlich auszuhandeln, wofür wir als Handelnde Verantwortung übernehmen wollen.

Dorothea Winter ist Philosophin und Autorin. Sie wurde 2025 zu „Intentionalität und Künstliche Intelligenz“ an der Humboldt Universität zu Berlin promoviert und ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Angewandte Ethik und Digitale Ethik an der Humanistischen Hochschule Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Demokratietheorie, Ethik, Erkenntnistheorie und Feminismus. Sie war u. a. an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und dem Bayerischen Forschungsinstitut für Digitale Transformation tätig. Ihr Buch „KI, Kunst und Kitsch. Ein philosophischer Aufreger“ erschien 2023 bei Carl Auer; „KI und Demokratie“ 2026 bei Reclam.

Ralf Schlüter: Der nicht automatisierbare Kern: Ethik, Kultur, Verantwortung

Künstliche Intelligenz eröffnet Kulturinstitutionen neue Möglichkeiten der Automatisierung – und stellt sie zugleich vor grundlegende Fragen, die sich nicht delegieren lassen. Die Frage nach dem richtigen Umgang mit KI ist Teil einer größeren Transformation, zu der auch wachsende identitätspolitische Ansprüche und zunehmend kulturell codierte Konflikte gehören. Wie positionieren sich Institutionen sich heute zwischen technologischem Fortschritt, künstlerischem Anspruch und gesellschaftlicher Verantwortung? Der Impuls nimmt die ethische Dimension dieser Entwicklung in den Blick und gibt praktische Hinweise, mit welchen Methoden und Tools sich die Kultur den neuen Aufgaben stellen kann.

Ralf Schlüter ist Kulturjournalist und Agenturinhaber. Von 2006
bis 2020 war er Stellvertretender Chefredakteur des Kunstmagazins »Art« bei Gruner + Jahr in Hamburg. Von 2020 bis 2022 produzierte er den Podcast »Zeitgeister« zusammen mit der ZEIT-Stiftung Bucerius, 2022 und betreute er das Handbuch der documenta fifteen. Zusammen mit Karin Bjerregaard Schlüter gründete er 2022 die Agentur Kulturbotschaft, die Kulturinstitutionen in digitalen Projekten begleitet. Von beiden ist das Buch „Krisenkommunikation für den Kulturbetrieb“ erschienen.

Workshops

Workshop 1: Die KI und wir – Rolle und Selbstverständnis in der kulturellen Bildung

KI ist überall, sie ist da und geht nicht mehr weg. Kultureinrichtungen haben in den letzten Jahren gelernt, sich zu öffnen und den Disruptionen der Gesellschaft selbstbewusst zu begegnen. Diese Haltung gilt es nun auf die größte technologische Entwicklung unserer Zeit zu übertragen: die plötzliche Allgegenwart Künstlicher Intelligenz. Wir müssen uns – im wahrsten Sinne – zu ihr verhalten.

Welche Narrative nutzen wir in unserer Vermittlungsarbeit? Welche Leitlinien helfen uns, Position zu beziehen? Und wie lassen sich unser Selbstverständnis und unsere gesellschaftliche Verantwortung für Nachhaltigkeit, Diversität und Programmwandel auf den Umgang mit und den Einsatz von KI in den Institutionen übertragen?

Der Workshop bietet Denkanstöße und Methoden zur Orientierung, um die eigene Rolle und das Selbstverständnis zu schärfen und zugleich anpassungsfähig zu gestalten.

Alissa Krusch (M.A. Kunstgeschichte und Medienwissenschaft) verantwortet seit 2021 die digitale Transformation im Kulturforum Witten. Zuvor war sie in führenden Museen tätig, zuletzt in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen Düsseldorf, und verfügt über umfassende Expertise in Kunst, Medien und Kommunikation. Sie forscht praxisorientiert zu digitalen Strategien, agilem Arbeiten sowie zu den Auswirkungen technologischen Wandels auf Kultur- und Wissensproduktion. Regelmäßig tritt sie als Sprecherin auf Konferenzen und Netzwerkveranstaltungen auf und veröffentlicht Beiträge zu Themen der organisatorischen und kulturellen Transformation. Sie lebt im Ruhrgebiet.

Workshop 2: Entangling AI – Künstliche Intelligenz als Umgebungsbedingung Kultureller Bildung

Der Titel des Workshops ist zweideutig. Er verweist zum einen auf die Frage, wie KI in kulturelle Bildungsprozesse eingeflochten werden kann, und zum anderen darauf, dass KI selbst bereits von komplexen Entanglements geprägt ist, die in der Bildungsarbeit für weitere Verwicklung sorgen. Der Workshop geht der Frage nach, was das Phänomen „KI" eigentlich ist und warum und wie es in Konzepten und Prozessen Kultureller Bildung eine Rolle spielen kann und soll.

Torsten Meyer, Dr. phil., Professor für Kunst und ihre Didaktik mit dem Schwerpunkt aktuelle Medienkultur an der Universität zu Köln. Studium der Kunst, Soziologie, Erziehungswissenschaft an den Universitäten Lüneburg und Hamburg sowie an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Arbeitsschwerpunkte: Post-Internet Art Education, Schul- und Hochschulentwicklung im Horizont grundsätzlich veränderter Medienkultur, Lehre nach dem Ende des Durchblicks. Er ist Autor und (Mit-)Herausgeber verschiedener Bücher, darunter: What’s Next? Kunst nach der Krise / Art Education (2013/2015), Where the magic happens – Bildung nach der Entgrenzung der Künste (2016), Arts Education in Transition (2020), Curatorial Learning Spaces (2023), Postdigitale Kunstlehrer:innenbildung (2026). https://medialogy.de

Workshop 3: KI und Inklusion in der Kulturvermittlung

Im Fokus des Workshops steht die Frage, wie Künstliche Intelligenz zur Förderung digitaler Teilhabe und Barrierefreiheit im kulturellen Kontext eingesetzt werden kann. Dabei werden Chancen, Grenzen und konkrete Anwendungsmöglichkeiten praxisnah beleuchtet. Inhaltlich orientiert sich der Workshop an drei Ebenen digitaler Teilhabe, wobei der Schwerpunkt auf der praktischen Anwendung sowie auf Prozessen liegt:

– Teilhabe an der digitalen Gesellschaft

Welche Voraussetzungen benötigen unterschiedliche Zielgruppen, um an KI teilhaben zu können? Neben Kompetenzen geht es hier auch um Zugänge zu geeigneten Endgeräten und Infrastruktur.

– Teilhabe durch digitale Anwendungen

Dieser Bereich bildet einen zentralen Schwerpunkt des Workshops. Die Teilnehmenden setzen sich aktiv mit KI-gestützten Tools und assistiven Technologien auseinander und erproben deren Einsatzmöglichkeiten für barrierearme Vermittlungsformate.

– Teilhabe an Prozessen und Repräsentation

Ebenfalls im Fokus steht die Frage, wie KI-Systeme Vielfalt abbilden oder verzerren können. Die Teilnehmenden lernen den Mehrwert eines partizipativen Vorgehens kennen und entwickeln ein Verständnis dafür, warum das gezielte Einbeziehen spezifischer Zielgruppen entscheidend für inklusive und wirksame Anwendungen ist.

Der Workshop ist interaktiv gestaltet und verbindet kurze Inputphasen mit Austausch und praxisnahen Übungen. Ziel ist es, Impulse für die eigene Vermittlungspraxiszu geben und konkrete Ideen für den Einsatz von KI im eigenen Arbeitskontext zu entwickeln.

Felix Bastam ist Geschäftsführer und Mitgründer von Erdmännchen&Bär aus Heidelberg. Die Agentur gestaltet digitale Teilhabe und entwickelt barrierearme, digital gestützte Bildungsangebote für Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie alle Menschen selbstbestimmt an der digitalen Gesellschaft teilhaben können.

Erdmännchen&Bär begleitet Organisationen aus Sozialwirtschaft, Bildung und Kultur durch Prozessbegleitung, Entwicklung und Workshops. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf inklusiver Medienarbeit, der Gestaltung verständlicher Lern- und Vermittlungsangebote und der Einbindung von Zielgruppen in Entwicklungsprozesse. Ziel ist es, nachhaltige Strukturen zu schaffen, die digitale Teilhabe langfristig ermöglichen und stärken.

Die Tagung ist eine Kooperation der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung, der LAG Jugend und Film, des Landesverbands Niedersächsischer Musikschulen, des Landesverbands der Kunstschulen Niedersachsen e.V., des Museumsverbands Niedersachsen und Bremen e.V. sowie des Landesverbands der Volkshochschulen in Niedersachsen.

Sie wird gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur.

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Start: 19.08.2026, 17:30 Uhr
Ende: 19.08.2026, 22:00 Uhr
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Start: 25.08.2026, 11:00 Uhr
Ende: 25.08.2026, 12:30 Uhr
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Start: 27.08.2026, 09:00 Uhr
Ende: 27.08.2026, 12:00 Uhr
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Start: 30.08.2026, 10:00 Uhr
Ende: 30.06.2027, 16:00 Uhr