Wir leben in unruhigen Zeiten. Auch wenn wir die Tendenz haben, unsere Gegenwart für die schlimmste denkbare zu halten, müssen wir doch anerkennen, dass es auch Menschen in früheren Zeiten nicht leicht hatten. So etwa kritische Intellektuelle im Lateinamerika der 1960er und 1970er Jahre, als in einem Land nach dem anderen Militärputsche stattfanden und demokratische Kräfte vertrieben oder ermordet wurden. Einer davon war Paulo Freire (1921-1997), der nach dem Putsch der Militärs Brasilien 1964 verlassen musste und im Exil sein berühmtestes Buch „Die Pädagogik der Unterdrückten“ schrieb. Das Werk wurde auf der ganzen Welt intensiv rezipiert und inspirierte unzählige Befreiungs-, Gewerkschafts-, Frauen-, Umwelt-, …-Bewegungen zu einer demokratischen, sozialen und autoritätskritischen Aktion. Es galt, die Frage nach dem Menschen, nach der Humanisierung neu zu stellen, radikal zu beantworten und damit zur Befreiung aller Menschen beizutragen. Das Curriculum Globale des Instituts für Internationale Zusammenarbeit des Deutschen Volkshochschulverbandes (DVV-international), in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (RZ_d_Broschüre_globALE_09.12.2015.indd) bezieht Paulo Freire direkt in seinem Basis-Modul im empfohlenen Literaturkörper ein.
Was bietet uns Paulo Freire in den heutigen autoritären Zeiten. Welche Impulse kann die Erwachsenenbildung von Freire aufnehmen für ihre Arbeit?



